Austria “on Top”
Heute will ich Euch den Unterschied zwischen “On Top” und “durch die Täler” etwas deutlicher vor Augen führen. Dazu fliege ich zuerst mit einer ACA Citabria von RealAir Simulation “on Top” von Bayern nach Tirol.
Die Citabria geht auf die Champ von Aeronca (1954) zurück. Seit der Übernahme (1970) wurde die Citabria mit den Schwestern Scout und Decathlon von Bellanca (AviaBellanca Aircraft Corporation) gebaut. 1989 übernahm die American Champion Aircraft Corporation (ACA) die Produktion der Serie, die auch heute noch vertrieben wird. Für eine Basis Citabria muss man z.Zt ca. 100.000 $ bezahlen.
Mehr über das RealAir-Addon, das die drei Modelle Scout, Citabria und Decathlon für den FSX enthält, findet Ihr im Abschnitt: Hangar (Scout). Die Citabria wird von vielen VFR-Piloten in den USA wegen ihrer hohen Leistungsfähigkeit und der gutmütigen Flugeigenschaften geflogen. Auch der weltberühmte Rekordjäger Steve Fosett wählte für seinen letzten Flug eine Citabria. Fosett scheiterte am 03. September 2007 wahrscheinlich an den Tücken von Fallwinden in den Bergen Kaliforniens.
Vor einem grenzüberschreitenden Flug ist ein Flugplan vorgeschrieben, der mit dem Flusi, einer speziellen Flugplanungssoftware oder einfach online erstellt wird. Ich bevorzuge den kostenlosen Dienst von FL95. Die erforderlichen Charts für den Flug entnehme ich meiner AIP VFR-Germany und den Jepessen VFR-Charts Germany ED-6, Austria LO und Italy LI-1. VFR-Karten (Sicht An-und Abflug) hole ich online bei VatSim und Vatsim-Italien. Die NOTAMs sind ebenfalls bequem online beim VFR-Bulletin einzusehen. Für den Überblick zum Wetter nutze ich verschiedene Online-Angebote z.B. flugwetter-online Ein solider Flugplan kostet nun mal viel Zeit - ein schlampiger Flugplan kann das Leben kosten!
Aus den Karten und Unterlagen habe ich einen Flug von Oberpaffenhofen (EDMO) über Innsbruck und den Brennerpass nach Bozen (Bolzano LIPB) geplant. Der Flug folgt dem “Teutonenpfad an die Adria”, der Autobahn die jährlich von tausenden Urlaubern auf dem Weg über die Alpen befahren wird. Von den Toren Münchens bis zum Kochelsee ist ausreichend Zeit, genug Höhe zu gewinnen, um die folgenden Berge mit großem Sicherheitsabstand “on top” zu überfliegen.Nach dem alle Flugvorbereitungen erledigt sind, steht die G-UZZI klar zum Start auf der Bahn 8 in Oberpaffenhofen. Auf geht’s - Freigabe bestätigen und den Gashebel voll nach vorne schieben - schon nach wenigen Metern hebt sich das Heck. Jetzt gefühlvoll mit dem Seitenruder das auftretende Drehmoment ausgleichen - und schon hebt unser Leichtgewicht ab.
Voraus München folge ich zwar brav der Platzrunde, verpatze dann aber den gesamten Abflug. Vielleicht war ich doch durch die Vielzahl von Informationen verwirrt. Auch ein einfacher VFR-Flug erfordert erhebliche Konzentration bei der Koordination und Organisation der vielfältigen Aufgaben! So missachte ich nicht nur die Höhe des Kontrollzone (4500 ft MSL), sondern verlasse diese dann auch ohne die Lage der Pflichtmeldepunkte ECHO1 und ECHO2 zu beachten. In der Realität wäre der Flugplan mit diesem Fehler gar nicht akzeptiert worden.
So klettert die Citabria wie eine Bergziege Richtung Starnbergersee und Autobahn A95, so dass in der Gegend von Wolfartshausen bereits 7500 ft erreicht sind. Um den Motor zu schonen nehme ich das Gas weiter zurück, steige aber immer noch mit 300 ft/min. Voraus ist der Einschnitt in die Berge am Kochelsee zu erkennen.Ich folge weiter der Autobahn und drehe über Benediktbeuren nach rechts in das Loisachtal Richtung Garmisch auf 220°. Bei dauernder Anreicherung des Gemischs liefert der Motor auch jetzt auf bald 9000 ft Höhe noch genug Leistung ,um weiter mit 300 ft/min zu steigen. Der satte Klang des Motors beruhigt. Auch ohne Blick auf die Abgastemperatur (EGT) “höre” ich am Klang des Motors, ob das richtige Gasgemisch eingestellt ist.
Unter mir liegt Garmisch-Partenkirchen und die Loisach. Langsam wird es Zeit, an die Sauerstoffversorgung zu denken. Ein betriebsbereiter Oximat liegt bereit, denn ich will noch weiter hinauf. Bereits nach zwei Minuten habe ich den nächsten Wegpunkt erreicht. Flugzeit, Verbrauch und Standort stimmen gut mit dem Flugplan überein. Mit neuem Kurs 154 überfliege ich das Wettersteingebirge und kann rechts das Inntal erkennen.
Nach wieder nur wenigen Minuten ist das nächste Wegstück erreicht und es wird Zeit, die Freigabe für das Durchfliegen der Kontrollzone Innsbruck einzuholen. Trotz der Höhe von bald 12.000 ft ist unten, vorab das Wipptal und die Europabrücke zu erkennen, wo ich nach rechts weiter der Autobahn Richtung Brenner folgen werde.
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