die Zukunft des FSX bei Lockheed-Martin
Als Microsoft Anfang 2009 das ACES-Studio auflöste und die Weiterentwicklung des FSX einstellte, erschien es mir doch sehr unwahrscheinlich, dass MS über 30 Jahre Entwicklungsarbeit so einfach in den Papierkorb werfen würde. (Zur Erinnerung: Januar 1979, Flight Simulator von Sublogic (FS) für Apple II. siehe: 30 Jahre FS)
Die Frage klärte sich, als im November 2009 der US-Rüstungskonzern Lockheed-Martin mitteilte, dass er von Microsoft alle Rechte an Microsoft ESP erworben hat. Microsoft ESP war die kommerzielle Version des Flight Simulator X, die als Simulationsplattform für Wissenschaft und Technik gedacht war.
Im Mai 2010 kündigte Lockheed-Martin an, auf der ESP-Basis eine neue Trainingssoftware Prepar3D” zu entwickeln. Dazu wird ganz einfach der FSX optimiert und erweitert. Von so einem Rüstungsgiganten erwartet man jetzt natürlich den Super-FS mit all den Features, von denen wir Flusifans schon länger träumen.
Ende Oktober 2010 kamen in Orlando endlich die Karten auf den Tisch. Ab 1. November 2010 kann “Prepar3D” für knapp 500 US$ vom Prepar3D-Webstore geladen werden. Der Preis weist schon deutlich darauf hin, dass Prepar3D nicht für den PC-Spiele-Markt gedacht ist.
Lockheed-Martin hat den FSX besonders um die Möglichkeit auch Land- und Seefahrzeuge zu verwenden erweitert. Jetzt kann man mit dem Programm so richtig Krieg trainieren (spielen)! Auf der Website wird die Zielgruppe deutlich genannt. Prepar3D soll zur Ausbildung und Training von Miltitär- und Berufspiloten (Lockheed-Martin orginal: warfighter) dienen.
Prepar3D ist trotzdem für herkömmlichen PCs konzipiert und soll abwärts-kompatibel zum FSX sein. Dass Flugzeuge, Szenerien, etc problemlos vom FSX übernommen werden können, erscheint mir aber fraglich. (Oder Prepar3D bekommt gar keine grundsätzlichen Erweiterungen?) Fehler des FSX sollen zuerst behoben werden und umfangreiche Erweiterungen den Simulator deutlich verbessern. L-M selbst verspricht “A New Era in Visual Simulation”!
Als die wichtigsten Verbesserungen werden genannt:
- Erweiterung der SDKs
- Verbesserung der Netzwerkfähigkeiten (SimConnect)
- Optimierung der CPU-Multicore-Nutzung
- dynamische Wasseroberfläche
- Verbesserung der Flugphysik
- Objekte auf der Erde, in der Luft und unter Wasser anwendbar
- bis zu 100 konfigurierbare zusätzliche Sichten
- verbesserte Landklassen
- verbesserte Panels und Gauges
Natürlich hat die Ankündigung von Prepar3D in allen FS-Foren für erhebliche Aufregung gesorgt. Aber die ersten Fotos und besonders das Video auf Youtube haben eine gewisse Ernüchterung verursacht. Seht selber:
Das hat mich wirklich nicht vom Stuhl gehauen. Also doch nicht mehr als ein aufgemotzter FSX für Kriegsspieler, oder? Von einem Mrd.$-Unternehmen habe ich einfach mehr erwartet. Aber vielleicht täusche ich mich ja auch und im Innern des Programms stecken noch echte Knüller? (Giftgas, Atombomben und CIA-Killer?) Es ist eben einfach noch zu früh mehr zu sagen. Außerhalb der USA wird so schnell niemand über das Programm verfügen können. Ein FSXI wird es sicher nicht.
In den letzten Monaten ist ja auch eine Militarisierung des FSX durch Addons zu beobachten. Ich kann jetzt alle möglichen Warbirds von der Me109 bis zur Phantom im FSX fliegen, was eine echte Bereicherung darstellt. Wenn ich dann aber lese, dass ich jetzt meine Scouts, Cubs und Beavers mit Raketen, Bomben und Kanonen bestücken kann (captainsim:Weapon for FSX), bin ich wohl im falschen Film.
Es freut mich einfach, dass der FSX noch lebt und das noch so viel Entwicklungspotential in Ihm steckt. Man kann sicher noch etwas sinnvolleres daraus machen als einen “Killer-Trainer”.
Bis bald
mak
Tags: ACES-Studio, ESP, FSX, Lockheed-Martin, Prepar3D
12. Februar 2011 um 11:30
Hallo Manfred,
bin ganz deiner Meinung mir dem falschen Film. Ich würde gerne auch “offiziell” persönlich gegen diese Militarisierung des FSX protestieren, bzw. meine Ablehnung kundtun - wenn du da ein Forum oder eine Kampagne ausfindig machst, sag mir bitte Bescheid!
Schöne Grüsse
Burkhard
15. Februar 2011 um 14:17
Get a life. “Militarization of FSX”. It isn’t FSX it is a new product based on the same source code that has been changed and improvements made. It is a commercial software not meant as an entertainment product. Open Source software is also being used by military all over the world. Lets “officially and personally protest” Linux while you are at it. Good to see the brain trust working well in Germany.
11. August 2011 um 16:42
Ich verstehe nicht, warum selbst “Profis” in der Simulatorszene immer nur auf die Äußerlichkeiten schauen. Alle haben sich beschwert, dass die Flugphysik nicht professionell genug, die Erweiterungsmöglichkeiten und Multicore-Unterstützung beschränkt, und Schnittstellen wie SimConnect nicht ausgereift sind. Genau das ist es was ein Flugsimulator darstellt. Für superdetailierte Außendarstellung können REX und ORBX einwandfrei in prepar3d eingebunden werden. dasselbe gilt für die leidliche Diskussion um FLIGHT.
X-Plane kostet in der einfachsten kommerziellen Variante genauso viel. Den Preis finde ich für kommerzielle Anwendungen fast zu niedrig. Und dieses Mrd.$-Unternehmen wird nicht Mrd.$ in dieses Projekt stecken. Für 500$ ist dieses Programm durchaus auch für Privatpersonen erschwinglich, die tausende $ oer Euro in Addons investiert haben und diese auf moderner Hardware in den nächsten Jahren weiter nutzen möchten.
Das Produkt ist nicht nur für die Ausbildung von Militärpersonal gedacht, sondern auch für Hilfsorganisationen, Technisches Hilfswerk etc. Davon Abgesehen, kann man sich für 10$ im Monat ein Entwicklerkonto besorgen mit Zugriff auf verschiedene Ressourcen und immerhin 2! Lizenzen, dioe nur nicht kommerziell angewendet werden dürfen. Das heißt, dass sich z.B. Entwickler von FSX-Addons für ein super low-budget ein Business aufbauen können, indem sie eine Simulationsumgebung für professionelle Trainingszwecke entwerfen und die 500$ erst bezahlen müssen, wenn sie einen Kunden haben.
Ich finde es super und es ist der Angang der Entwicklung. Der Support für die nächsten jahre scheint besser als bei MS gesiochert zu sein, insbesondere da der Hersteller von Luftfahrt etwas mehr Ahnung hat.
17. August 2011 um 22:03
Hallo Korny,
jede sachliche Kritik ist immer willkommen! Es wäre nett, wenn Du zu Deinen Aussagen ein paar Quellen angeben könntest. So kann ich leider einiges nicht nachvollziehen.
Trotzdem schmeckt es mir einfach nicht, wenn sich ein Rüstungskonzern unseren Flusi unter den Nagel reißt, um damit Cyberwar zu spielen. Jede Form von Gewalt, Aggression, Krieg etc. ist dumm und verachtenswert. Wer das immer noch nicht kapiert hat, tut mir einfach leid.
Zur Erinnerung: make love not war; macht nebenbei auch viel mehr Spaß!
Gruß mak